MR Übersetzungsliteratur
im dt. Frühhumanismus

MRFHMarburger Repertorium zur
Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus

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Hans Koberger

Hans Koberger (Koburger) der Ältere (geb. um 1454, gest. 1543) war ein Cousin des sehr erfolgreichen Nürnberger Druckers Anton Koberger (um 1440-1513), der sei 1471/72 als Druckverleger und Buchhändler tätig war. Nachdem Anton Koberger seinen Verlag und den Buchhandel zu einem europäischen Großbetrieb ausgebaut hatte, übernahm sein Vetter Hans d. Ä. die Niederlassung in Lyon, von der aus die Märkte in Spanien, Frankreich und die Republik Venedig beliefert wurden [Lülfling (1980), S. 245]. Nachdem Anton Koberger am 03. Oktober 1513 verstarb, wurde Hans d. Ä. testamentarisch zum Vormund der Kinder bestellt. Darüber hinaus übernahm er zum Teil die Leitung des Betriebes, wobei er das Verlagsprogramm auf humanistische Texte spezialisierte.

Zu den Lebensumständen Hans Kobergers des Jüngeren (geb. 1499, gest. 1552) ist nicht viel überliefert. Nach der Volljährigkeit übernahm er mit seinem Bruder Anton Koberger d. J. einen Teil des Druck- und Verlagshauses. Allerdings konnten beide an die Erfolge des Vaters auf dem Buchmarkt nicht mehr anknüpfen. Schließlich wurde um 1533 die Verlagsarbeit ganz eingestellt. Ob der Besitzereintrag in dem Cambridger Exemplar 'Von den erlauchten Frauen' (MRFH 20430) Hans Koberger dem Älteren oder dem Jüngeren zuzuschreiben ist, konnte nicht geklärt werden.

Verf.: sl.

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Literatur:

Appuhn, H. (Hg.): Johann Siebmachers Wappenbuch. 2. verb. Aufl. (Die bibliophilen Taschenbücher 538). Dortmund 1989, insbes. S. Bl. 213.
Corsten, S.: Koberger, Anton. In: Lexikon des gesamten Buchwesens. Bd. IV. Zweite, völlig neu bearbeitete Auflage. Stuttgart 1995, S. 256f.
Lochner, G. W. K.: Koburger, Anthonius. In: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 366-368.
Lülfing, H.: Koberger (Koburger). In: NDB 12 (1980), S. 245f.

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Wappen der Familie Koberger in Nürnberg. Quelle: Appuhn, H. (Hg.): Johann Siebmachers Wappenbuch. 2. verb. Aufl. (Die bibliophilen Taschenb├╝cher 538). Dortmund 1989, Abb. Bl. 213.

Version vom 30. 08. 2012 (MRFH). Permanent Link: mrfh.de/1480.