MR Übersetzungsliteratur
im dt. Frühhumanismus

MRFHMarburger Repertorium zur
Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus

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Cuno I. von Manderscheid-Blankenheim

Cuno I. (1444-1489) entstammte dem Manderscheider Grafengeschlecht, das seit Mitte des 15. Jahrhunderts zu den angesehensten und mächtigsten Adelsfamilien im Eifelraum zählte. Seit 1476 war er mit Mechthild von Virneberg verheiratet und begründete 1488, nach der Erbteilung seines Vaters Graf Dietrich III., die Linie Manderscheid-Blankenheim.

Sein literarisches Interesse wurde durch seinen Schwager Wirich VI. von Daun zu Oberstein (1415/20-1501) geweckt, der u.a. über gute Beziehungen zum Hof Mechthilds von der Pfalz verfügte. Nachweislich bildeten einige Handschriften aus Wirichs Besitz den Grundstock für Cunos eigene Bibliothek, die er zwischen 1471 und 1482 anlegte. Von den erhaltenen Codices weisen einige Besitzeinträge oder sein eingemaltes Wappen auf. So findet sich beispielsweise in der Abschrift des 'Ehebüchleins' Albrechts von Eyb, die Cuno und seine Gemahlin Mechthild 1482 anfertigen ließen, das Allianzwappen von Manderscheid-Blankenheim-Virneberg (Bl. 1r).

Die Handschriftensammlung Cunos I. begründete den Reichtum der Blankenheimer Schlossbibliothek, welche zu den bedeutendsten mittelalterlichen Adelsbibliotheken im westdeutschen Raum zählte.

Verf.: sl.

Besitzer von Handschriften:

Literatur:

Beckers, H.: "Der püecher haubet, die von der Tafelrunde wunder sagen". Wirich von Stein und die Verbreitung des 'Prosa-Lancelot' im 15. Jahrhundert. In: Wolfram-Studien 9 (1986), S. 17-45, insb. 41.
Beckers, H.: Handschriften mittelalterlicher deutscher Literatur aus der ehemaligen Schloßbibliothek Blankenheim. In: Die Manderscheider. Eine Eifeler Adelsfamilie. Herrschaft, Wirtschaft, Kultur. Katalog zur Ausstellung. Köln 1990, S. 57-82, insb. 57f. u. 64f.
Deighton, A. R.: Die Bibliothek der Grafen von Manderscheid-Blankenheim. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 26 (1986), S. 259-283.
Neu, P.: Geschichte und Struktur der Eifelterritorien des Hauses Manderscheid vornehmlich im 15. und 16. Jahrhundert. Bonn 1972, S. 111-119.
Ridder, K.: Jean de Mandevilles 'Reisen'. Studien zur Überlieferungsgeschichte der deutschen Übersetzung des Otto von Diemeringen (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 99). München 1991, S. 293-296.

Bildgroßansicht

Evanston (Illinois), Charles Deering Mc Cormick Library of Special Collections, Northwestern University Library, Western Ms. 13 (früher: Western Mss. No. 3), Bl. 1r (mit eingemaltem Wappen Cunos I. und seiner Gemahlin Mechthild von Virneberg)

Version vom 28. 09. 2011 (MRFH). Permanent Link: mrfh.de/0780.