MR Übersetzungsliteratur
im dt. Frühhumanismus

MRFHMarburger Repertorium zur
Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus

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Adelheid von Andlau

Adelheid entstammt dem elsässischen Adelsgeschlecht derer von Andlau und ist die Tochter Jörgs II. von Andlau. Adelheid gehörte zu den letzten fünf Kapitelfrauen des adeligen Domstiftes St. Stephan in Straßburg, wo sie sich gemeinsam mit dem Rat der mittlerweile reformierten Stadt für eine Stiftsreform einsetzte. Nach dem Tod der Äbtissin Anna von Schellenberg am 8. November 1539 setzte sich der Rat dementsprechend für die Wahl Adelheids zur neuen Äbtissin ein. Im Dezember 1539 wurde Adelheid vom Straßburger Bischof in ihr Amt eingeführt. Da sie den seit der Reformation von den Klostervorstehern geforderten Straßburger Bürgereid verweigerte, wurde sie von 1540 bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs 1541 unter Arrest gestellt. Ihre Amtszeit endete bereits 1544, nachdem sie "in unsittlichem Umgang mit dem Buchdrucker Ludwig Botz überrascht" (Lienhard, S. 252) worden war. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt, auch ihre angebliche Verheiratung mit Ludwig Botz ist nicht zu erweisen. Adelheid war im Besitz eines Exemplars der anonymen Übersetzung von Giovanni Boccaccios 'Florio und Bianceffora' (MRFH 20400), das 1500 in Metz gedruckt wurde und sich heute in Wolfenbüttel befindet.

Verf.: js.

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Literatur:

Lienhard, M.: Straßburg und die Reformation. Die hohe Zeit der freien Reichsstadt. Kehl 21982, S. 251f.
Röhrich, T. W.: Geschichte der Kirche St. Wilhelm in Straßburg. Straßburg 1856, S. 28-34.
Schelp, R.: Die Reformationsprozesse der Stadt Straßburg am Reichskammergericht zur Zeit des Schmalkaldischen Bundes (1524) / 1531-1541 / (1555). Erweiterte Ausgabe. Kaiserslautern 1965, S. 139-171.
Schwennicke, D. (Hg.): Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Neue Folge. Band 11: Familien vom Mittel- und Oberrhein und aus Burgund. Frankfurt am Main 1986, Tafel 89.

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Wappen derer von Andlau. Quelle: Siebmacher, J.: New Wapenbuch. Norimbergæ 1605, Bl. 192.

Version vom 27. 01. 2012 (MRFH). Permanent Link: mrfh.de/0130.